Seit über 45 Jahren entwickeln sich Pflegefachpersonen in Deutschland mit viel Engagement zu hochqualifizierten Spezialist:innen in den Bereichen Wunde, Stoma und Kontinenz. Was als Weiterbildung in der Enterostomatherapie begann, ist heute fachlich anspruchsvoll, praxisnah – und für die Versorgung von Patient:innen unverzichtbar.
Dabei bleibt für viele Spezialist:innen jedoch ein negativer Aspekt: Die formale Anerkennung hält mit der Expertise nicht Schritt. Es fehlt die Integration dieser Fachweiterbildungen in tarifliche Vergütungssysteme und damit eine angemessene Gehaltseinstufung.
Das Problem: Expertise da – Anerkennung nicht
Viele Spezialist:innen bringen jahrelange Erfahrung, Zusatzqualifikationen und Verantwortung mit. Gleichzeitig orientieren sich aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen bei der Aufwertung von Pflegekompetenzen in erster Linie an akademischen Abschlüssen.
Heißt: Wer „nur“ eine Fachweiterbildung hat, kann trotz hoher Spezialisierung strukturell schneller an Grenzen stoßen – nicht, weil die Kompetenz fehlt, sondern weil diese in den aktuellen Plänen zur Weiterentwicklung des Pflegeberufs nicht berücksichtigt wird.
Warum ein Bachelor jetzt strategisch sinnvoll ist
Ein akademischer Abschluss kann helfen, vorhandene Expertise formaler, anschlussfähiger und langfristig belastbarer zu machen – gerade dann, wenn sich Rollenprofile, Anforderungen und Karrierewege im Gesundheitswesen weiter verändern.
Kurz gesagt: Der Bachelor ist nicht „noch ein Titel“. Er ist ein Schritt hin zu klarer Einordnung, mehr Entwicklungsspielraum und mehr Anerkennung im System.
Die Lösung: „Angewandte Therapie- und Pflegewissenschaft“ (Berufsakademie Nord)
Genau hier setzt der Studiengang Angewandte Therapie- und Pflegewissenschaft der Berufsakademie Nord an:
Das Angebot richtet sich gezielt an Pflegefachpersonen mit abgeschlossener Ausbildung – insbesondere auch an Spezialist:innen aus den Bereichen Wunde, Stoma und Kontinenz.
Anerkennung vorhandener Kompetenzen: Du startest nicht bei Null
Ein zentraler Vorteil: die abgeschlossene Ausbildung in der Pflege und zusätzlich absolvierte Weiterbildungen werden für das Studium angerechnet. Dadurch verkürzt sich die Studiendauer entsprechend.
Das ist besonders relevant für alle, die schon viel investiert haben: Ausbildung, Weiterbildung, Praxiswissen. Das Bachelorstudium baut darauf auf, statt es zu ignorieren.
Praxisnah studieren – ohne „klassischen Klausur-Marathon“
Im Fokus stehen praxisnahe Formate wie:
- Fallanalysen aus realen Versorgungssituationen
- Projektarbeiten
- interdisziplinäre Zusammenarbeit
Studierende lernen, komplexe Versorgungssituationen wissenschaftlich fundiert zu analysieren, Entscheidungen begründet abzuleiten und Lösungen gemeinsam mit anderen Gesundheitsberufen weiterzuentwickeln.
Nutzen im Job: Wo dir der Bachelor konkret hilft
Der Bachelorabschluss bringt zum einen die formale Anerkennung, zum anderen zusätzliche Handlungssicherheit im Berufsalltag. Typische Effekte sind:
- Sichere Eingruppierung in die Vergütungssysteme des Gesundheitswesens durch international anerkannten Studienabschluss
- Besser begründen & entscheiden: Versorgungskonzepte und Maßnahmen evidenzbasiert einordnen und argumentieren
- Komplexe Fälle strukturieren: systematisch analysieren, priorisieren, dokumentieren und reflektieren
- Qualität weiterentwickeln: Standards, Prozesse und Projekte in der Versorgung mitgestalten
- Schnittstellen stärken: Zusammenarbeit mit Ärzt:innen, Therapeut:innen und weiteren Berufsgruppen gezielter koordinieren
Das passt besonders gut zu spezialisierten Feldern wie Wunde/Stoma/Kontinenz, in denen Versorgung oft komplex ist und Abstimmung entscheidend wird.
Kurz-FAQ (damit du schnell weiterkommst)
- Für wen ist das Studium gedacht? Für Pflegefachpersonen mit abgeschlossener Ausbildung – besonders passend, wenn du deine Expertise formaler absichern und fachlich weiterentwickeln willst.
- Kann meine Weiterbildung angerechnet werden? Ja – am besten lässt du das direkt durch uns prüfen.
- Wie läuft das Studium ab? Praxisnah über Fallanalysen, Projekte und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Nächster Schritt
Wenn du in Wund-, Stoma- oder Kontinenzpflege Verantwortung trägst (oder übernehmen willst), ist das eine echte Chance: Deine Expertise wird sichtbarer, anschlussfähiger und langfristig besser einzuordnen.
Schau dir den Studiengang an und kläre, welche Vorleistungen bei dir anerkannt werden können:
Angewandte Therapie- & Pflegewissenschaft, praxisintegriert
Hinweis: Die inhaltliche Grundlage dieses Beitrags basiert auf einem Fachartikel der Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde e.V. im MagSi Magazin (Ausgabe 04/2026, S. 26–27).